Was bedeutet IBCLC?

IBCLC steht für die Zusatzqualifikation einer Stillberaterin, die als Basis einen medizinischen Grundberuf hat, zusätzlich bereits mindestens 1000 Stunden in der direkten Mutter-Kind-Betreuung (zum Beispiel u.a. Wochenbettbetreuung, Stillen etc.) nachweisen kann und sich durch eine zusätzliche Ausbildung mit abschließender Prüfung vor einem internationalen Gremium qualifiziert und spezialisiert hat. Nach bestandener Prüfung darf sie sich Still- und Laktationsberaterin IBCLC nennen. Diese Abkürzung steht für International Board Certified Lactation Consultant und belegt, dass sie von einer internationalen Kommission geprüft wurde. Ihre Zertifizierung ist 5 Jahre gültig. In dieser Zeit muss sie ihr Wissen durch anerkannte Fortbildungen (mindestens 75 Stunden) aktualisiert haben. Weitere 5 Jahre später, also nach 10 Jahren, muss sie das Examen wiederholen, so dass garantiert ist, dass ihr Wissens- und Kenntnisstand immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht.

Was macht eine IBCLC?

Sie begleitet und berät (werdende) Eltern rund um die Geburt zu allen Fragen, insbesondere zum Thema Stillen und Ernährung. Auch und besonders für Mütter, die nicht stillen (wollen), ist ein Kontakt zu einer IBCLC sinnvoll und wichtig, da ein besonderer Schwerpunkt ihrer Beratung auf der Bindungsförderung zwischen Mutter, Vater und Kind liegt.

Für viele Mütter kann der ergänzende Kontakt zu einer IBCLC eine wertvolle Hilfe sein, um:

  • Die Hebamme zu unterstützen, wenn diese in der Beratung nicht weiterkommt, z.B. bei wunden Brustwarzen, wiederkehrenden Milchstaus, zu wenig Milch, geringer Gewichtszunahme des Kindes u.a.
  • Unterstützung zu leisten im Umgang mit einem anspruchsvollen, häufig weinenden Baby oder bei Fragen zum Schlafen (24-Stunden-Baby)
  • Bei Frühgeburtlichkeit Ihres Babys, bei niedrigem Geburtsgewicht und bei Gedeihstörungen zusätzliche Maßnahmen wie Abpumpen und ggf. medizinisch nötiges stillfreundliches Zufüttern frühzeitig einzuleiten
  • Bei Erkrankungen der Mutter die medikamentöse Behandlung stillfreundlich zu gewährleisten, was das Spezialwissen einer IBCLC erfordert
  • Bei Erkrankungen des Kindes wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Down Syndrom oder Stoffwechselerkrankungen, die speziellen Bedürfnisse zu erkennen und angemessen zu befriedigen
  • Die Milchbildung bei Rückkehr in den Beruf aufrecht zu erhalten
  • Unsicherheiten bei der Beikosteinführung zu erkennen
  • Sie zu unterstützen, wenn Sie rauchen; denn gerade dann ist das Stillen wichtig und vorteilhaft für Ihr Kind
  • Kontakt zu Stillgruppen zu vermitteln, was nachweislich zu längerem zufriedenen Stillerfolg führt

Wann ist der Kontakt zu einer IBCLC sinnvoll?

So früh wie möglich schon vorgeburtlich, um durch gute Information und Aufklärung Probleme zu vermeiden. So sind Sie bestens vorbereitet und gut gerüstet für die (Still-)Zeit mit Ihrem Baby

(Quelle: BDL, Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e. V.)