Berufsbild IBCLC

IBCLC steht für die Zusatzqualifikation einer Stillberaterin, die medizinisch ausgebildet ist und bereits praktische Erfahrung in der Betreuung von Mutter und Kind gesammelt hat. Aufgrund ihrer Zusatzqualifikation ist sie befähigt, wissenschaftlich fundierte Informationen über das Stillen weiterzugeben. Still-und Laktationsberaterinnen IBCLC haben die Kompetenz, in der Aus-und Weiterbildung für verschiedene Gesundheitsberufe zu arbeiten, Ihr Fachwissen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen einzubringen, Fachtagungen und Fortbildungen zu organisieren und zu leiten. Sie arbeiten gemäß internationaler Praxisstandards.
Still-und Laktationsberaterinnen IBCLC haben sich durch eine zusätzliche Ausbildung mit abschließender Prüfung vor einem internationalen Gremium qualifiziert und spezialisiert. Die Abkürzung IBCLC steht für International Board Certified Lactation Consultant und belegt, dass die Still-und Laktationsberaterin IBCLC von einer internationalen Kommission geprüft wurde. Die Zertifizierung ist 5 Jahre gültig. In dieser Zeit muss eine Still-und Laktationsberaterin IBCLC ihr Wissen durch anerkannte Fortbildungen aktualisiert haben. Weitere 5 Jahre später, also nach 10 Jahren, muss sie das Examen wiederholen, so dass garantiert ist, dass ihr Wissens- und Kenntnisstand immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht.

Was macht eine IBCLC?

Sie begleitet und berät (werdende) Eltern rund um die Geburt zu allen Fragen, insbesondere zum Thema Stillen und Ernährung. Auch und besonders für Mütter, die nicht stillen (wollen), ist ein Kontakt zu einer IBCLC sinnvoll und wichtig, da ein besonderer Schwerpunkt ihrer Beratung auf der Bindungsförderung zwischen Mutter, Vater und Kind liegt.

Für viele Mütter kann der ergänzende Kontakt zu einer IBCLC eine wertvolle Hilfe sein, um:

  • Die Hebamme zu unterstützen, wenn diese in der Beratung nicht weiterkommt, z.B. bei wunden Brustwarzen, wiederkehrenden Milchstaus, zu wenig Milch, geringer Gewichtszunahme des Kindes u.a.
  • Unterstützung zu leisten im Umgang mit einem anspruchsvollen, häufig weinenden Baby oder bei Fragen zum Schlafen (24-Stunden-Baby)
  • Bei Frühgeburtlichkeit Ihres Babys, bei niedrigem Geburtsgewicht und bei Gedeihstörungen zusätzliche Maßnahmen wie Abpumpen und ggf. medizinisch nötiges stillfreundliches Zufüttern frühzeitig einzuleiten
  • Bei Erkrankungen der Mutter die medikamentöse Behandlung stillfreundlich zu gewährleisten, was das Spezialwissen einer IBCLC erfordert
  • Bei Erkrankungen des Kindes wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Down Syndrom oder Stoffwechselerkrankungen, die speziellen Bedürfnisse zu erkennen und angemessen zu befriedigen
  • Die Milchbildung bei Rückkehr in den Beruf aufrecht zu erhalten
  • Unsicherheiten bei der Beikosteinführung zu erkennen
  • Sie zu unterstützen, wenn Sie rauchen; denn gerade dann ist das Stillen wichtig und vorteilhaft für Ihr Kind
  • Kontakt zu Stillgruppen zu vermitteln, was nachweislich zu längerem zufriedenen Stillerfolg führt

Wann ist der Kontakt zu einer IBCLC sinnvoll?

So früh wie möglich schon vorgeburtlich, um durch gute Information und Aufklärung Probleme zu vermeiden. So sind Sie bestens vorbereitet und gut gerüstet für die (Still-)Zeit mit Ihrem Baby

(Quelle: BDL, Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e. V. und www.stillen-institut.com)